Sicherheitswirtschaft

Mit Menschen und Maschinen

RENÉ HELBIG HAT DIE WACH- UND SCHLIESSDIENST GMBH TELTOW ÜBERNOMMEN

Als alter Hase des Sicherheitsgewerbes, weiß René Helbig, je größer die Herausforderungen umso größer die Chancen. Als Geschäftsführer der Firma Argosguard hat er sich mit seinen mobilen Anlagen zur Videobeobachtung längst einen Namen gemacht. Doch „Canaletto“, das Dresdner Stadtfest im August vergangen Jahres wurde für ihn zur Probe aufs Exempel. Die Elb-Metropole „52 Stunden in Partylaune“ versprachen die Organisatoren und mehr als eine halbe Million Besucher waren dabei. Vor der historischen Kulisse der Frauenkirche oder der Semperoper, war die ganze Stadt auf den Beinen. Solche Menschenmassen sind heutzutage per se eine Herausforderung in Sachen Sicherheit. René Helbig hat die Ärmel hochgekrempelt und in der sächsischen Hauptstadt (s)einen Akzent zum Thema Sicherheit gesetzt.

An fünf zentralen Plätzen standen die Masten mit den Argosguard-Videokameras, um Live-Bilder vom bunten Treiben in die mobile Einsatzzentrale zu übermitteln, die ebenfalls von Helbigs Firma bereitgestellt wurde. Dabei musste keiner der Gäste befürchten, beim vergnügten Miteinander voyeuristischen Blicken ausgesetzt zu sein. Helbig: „Wir haben allen Anforderungen des Datenschutzes genüge getan. Personen wurden verpixelt. Nur die Bewegungsabläufe waren zu sehen, und zwar in HD-Qualität und in Farbe.“ Und er fügt hinzu: „Bei sicherheitsrelevanten Vorfällen können die verpixelten Bilder dechiffriert werden, aber nur unter strengen Maßgaben.“

Für die Veranstalter des Stadtfestes hatten die Argosguard-Augen noch einen weiteren, sehr nützlichen „Nebeneffekt“. Während der gesamten Veranstaltung war man genauestens darüber im Bilde, wie sich das Geschehen an den zentralen Stellen entwickelt. Ohne große Zeitverzögerung konnte auf Publikumsströme reagiert werden. Da bei solchen Mega-Events mit schöner Regelmäßigkeit die Mobilfunkfrequenzen überlastet sind, wurde von Argosguard den Organisatoren auch noch eine Kommunikation via Satellit eingerichtet. „Das Sicherheitskonzept hat gut gegriffen“, bilanzierte am Ende der Organisator Frank Schröder gegenüber der Presse. Meriten, die sich auch René Helbig ans Revers heften kann.

Kurz nach dem Stadtfest in Dresden hat sich René Helbig einen Traum verwirklicht. Weil zu der Sicherheitstechnik immer auch erfahrenes Personal gehört, hat er die Wach- und Schließdienst GmbH Teltow (WSD) übernommen. Seit dem ersten Januar dieses Jahres ist René Helbig mit seiner WSD auf dem Markt. Aber nicht bei null anfangen, das Unternehmen ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert erfolgreich in der Region tätig. Die bisherigen Geschäftsführer haben aus Altersgründen ihre Firma in jüngere Hände gelegt. Am Unternehmenssitz in Teltow (Kreis Potsdam-Mittelmark) sowie an den drei Betriebsstätten in Berlin, Brandenburg a. d. Havel und Lutherstadt Wittenberg sind 250 Beschäftigte der WSD im Einsatz. Einer der Haupteinsatzorte ist die brandenburgische Hauptstadt Potsdam. Neben der öffentlichen Hand gehören Unternehmen am Medienstandort Potsdam-Babelsberg und renommierte Technologie-Institute zu den Kunden der WSD. Aber Helbig hat nicht nur die großen im Auge. „Wir sind ein mittelständisches Unternehmen“, so unterstreicht er, „das den Mittelstand im Blick hat.“ Um die Effizienz seiner beiden Firmen zu bündeln, hat er auch den Sitz von Argosguard aus Borkheide in die Neißestraße 1 nach Teltow verlegt, wo sich die WSD-Zentrale befindet.

Dennoch bleiben die WSD und Argosguard ungleiche Schwestern. „Der Einsatz von Kameras und von Menschen, das sind zwei Paar Schuhe“, weiß der Experte mit langjähriger Erfahrung in leitender Position bei einem großen Sicherheitsdienstleister. Auch wenn es punktuelle Überschneidungen und Synergien gibt.

Bei Argosguard sieht Helbig ein Einsatzfeld von Oberbayern bis zur Ostsee und auch über die Grenzen hinaus , beim WSD gibt er sich wesentlich bescheidener und unterstreicht die regionale Kompetenz. Natürlich, so betont er, ließen sich die Video-Türme von Argosguard auch auf die Notruf- und Service-Leitstelle der WSD in Teltow aufschalten.

Da der Wach- und Schließdienst Teltow ein erfolgreich etabliertes Unternehmen der Region ist, will Helbig an der Ausrichtung des Unternehmens nicht rütteln, wenngleich er Neuerungen ins Auge fassen will. Geschäftsfelder werden hinzukommen: Der von der WSD gestellte mehrsprachige Empfangsdienst im Potsdamer Entwicklungs- und Design-Zentrum eines europäischen Automobilkonzerns nennt er als Beispiel.

Allein in Berlin betreut der WSD mit seinen Streifenwagen etwa 1.000 Kunden, deren Alarmanlagen in der Leitstelle aufgeschaltet sind. Für ein mittelständisches Unternehmen zweifellos eine beachtliche Marktposition. Die mobilen Streifen sind naturgemäß vor allem nachts und am Wochenende unterwegs. In Teltow setzt der WSD auch Fußstreifen ein, die ebenfalls vor allen Dingen nachts Gewerbeobjekte oder Institutionen sichern. Zu den WSD-Geschäftsfeldern gehört auch die Betreuung von Asylbewerberheimen. In sechs dieser Einrichtungen im Land Brandenburg sind Mitarbeiter des WSD ständig vor Ort.

Dienstleistungen auf dem Gebiet der Sicherheit sind heute ohne modernste Technik unvorstellbar. Deshalb zeigt sich René Helbig besonders erfreut, mit Mirko Jeschonek, der sich schon bei Hewlett-Packard seine Sporen verdiente, einen IT-Experten in der WSD-Geschäftsführung an seiner Seite zu sehen.

So entstehen im Hause WSD neben den Sicherheitslösungen neuster Technik parallel auch noch Business-Anwendungen. So könne beispielsweise der Besitzer eines großen Autohauses, klärt Helbig, mittels seiner Videoüberwachung nicht nur feststellen, ob sich jemand unrechtmäßig an den Fahrzeugen zu schaffen macht, sondern – sehr viel erfreulicher – jemand erkennbares Interesse an dem fahrbaren Untersatz zeigt und somit ein potentieller Kunde ist. Oder, als weiteres Beispiel, können Mitarbeiter des WSD, mit einem Tablet ausgerüstet, festgestellte Mängel, wie etwa eine fehlende Beleuchtung, sofort und ohne Umwege an den Kunden melden.

Und welches Ass hat er sonst noch im Ärmel? „Wir haben unseren eigenen Schlüsseldienst“, sagt Helbig und erläutert, dass er in Kooperation mit dem österreichischen Schließsystem-Anbieter EVVA seinen Kunden Schließanlagen jeder Provenienz bieten kann. „Vom rein mechanischen bis zum voll elektronischen Schließsystem bieten wir alles“, so Helbig, „500 Schlösser sind für uns kein Problem.“ Auch ansonsten bietet WSD auf diesem Gebiet alles, was auch einen herkömmlichen Schlüsseldienst ausmacht.

Aber es gibt weitere Einsatzfelder. „Im zentralen Depot einer großen Einzelhandelskette machen wir die gesamte Logistik“, sagt Helbig. Dort müssen Tausende Lkws für die Lieferung koordiniert werden. Wie in allen seinen Tätigkeitsbereichen, sieht Helbig auch dort noch Ausbaumöglichkeiten.

www.wsd-sicherheit.de

Redaktion Prosecurity

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