Sicherheitswirtschaft

Moderne Technologien unterstützen eine sichere Rückkehr an den Arbeitsplatz

Die Zutrittskontrolle spielt für Unternehmen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von pandemiebedingten Sicherheitsmaßnahmen.
Kontaktlose Zutrittskontrolle als Lösung für Prävention und Eindämmung von Pandemien Bildquelle: Fotolia.com Urheber: stockyimages

Die Zutrittskontrolle spielt für Unternehmen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von pandemiebedingten Sicherheitsmaßnahmen. Aus hygienischen Gründen sollten sie dafür kontaktlose Verfahren nutzen und zum Beispiel Ausweiskarten auf Mobilgeräten bereitstellen. Auch Standortdienste und Tools für die Besucherverwaltung sind wichtige Schlüssel zu einem sicheren Arbeitsumfeld für Mitarbeiter.

Seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie sind nun mehr als eineinhalb Jahre vergangen. Die meisten Länder Europas haben zwei oder drei Wellen und monatelange Lockdowns hinter sich, bei denen viele Einrichtungen geschlossen waren und zahlreiche Angestellten ihre Arbeit im Homeoffice erledigt haben. Nach all dieser Zeit kann die physische Rückkehr an den Arbeitsplatz für manche Menschen erfreulich und für andere wiederum beängstigend sein. Nach wie vor müssen Unternehmen prüfen, wie sie für Mitarbeiter und Besucher ein sicheres Umfeld schaffen können.

Das bedeutet, dass sie sich an neue Anforderungen anpassen, geeignete Verfahren einführen und effiziente Technologien und Instrumente einsetzen müssen, damit die Menschen darauf vertrauen können, dass sich die Firma um sie kümmert. Die physische Zutrittskontrolle ist dabei ein wichtiger Aspekt. Überfüllte Eingangsbereiche, Aufzüge und gemeinsam genutzte Arbeitsbereiche machen es schwierig, die gebotenen Abstände einzuhalten. Auch Vergabeprozesse für Zugangsberechtigungen, bei denen ein direkter Kontakt zu anderen Menschen erforderlich ist, geben Anlass zur Sorge. Eine optimal verwaltete Zutrittskontrolle kann in Verbindung mit Maßnahmen zur Staffelung von Arbeitszeiten dabei helfen, Mitarbeiter und Besucher sicher durch das Gebäude zu leiten. Physische Zutrittskontrollsysteme (Physical Access Control System, PACS) können zudem mithilfe von Standortdiensten die Kontaktverfolgung und die Vermeidung von Menschenansammlungen unterstützen.

Kontaktlose Zugangskontrolle verhindert Ansammlungen und verbessert Hygiene

Automatische Türanlagen können dabei helfen, Kontakte an stark frequentierten Ein- und Ausgängen zu reduzieren. In Kombination mit kontaktlosen Ausweiskarten und Lesegeräten wird zudem die Oberflächenkontamination minimiert. Eine weitere Strategie ist der Einsatz von Distanzlesegeräten mit Bluetooth Low Energy (BLE)-Verbindungen. Damit kann das Sicherheitspersonal Zugangsdaten auch aus größerer Entfernung überprüfen und verhindern, dass sich Mitarbeiter und Besucher in der Nähe von lokalen Lesegeräten und Türen ansammeln.

Ausweisvergabe über Funkschnittstellen

Die meisten Prozesse bei der Ausgabe von Zugangsberechtigungen kommen nicht ohne ein hohes Maß an Interaktionen zwischen den beteiligten Personen aus. Um die damit verbundenen Kontakte zu vermeiden, sollten Unternehmen moderne Zugangssysteme einsetzen, die Berechtigungen an jedes autorisierte Mobilgerät an jedem beliebigen Ort senden.

Intelligentes Management für sicheren Besucherverkehr

Unternehmen sollten auch Besucher in ihre Strategie zur Einhaltung der erforderlichen Maßnahmen einbeziehen. Mit soliden Richtlinien und fortschrittlichen Technologien gewährleisten sie einen sicheren Besucherverkehr. Lösungen für das Besuchermanagement können Unternehmen entweder eigenständig oder in Verbindung mit dem Zutrittskontrollsystem verwenden. Besucher melden sich in der Lobby selbst an, woraufhin ihre Gastgeber über ihr Eintreffen benachrichtigt werden. Wertvolle Unterstützung für diese Prozesse liefern beispielsweise Führerschein- und Barcode-Scanner, Kameras und Drucker.

Abstandsgebot mithilfe von Standortdiensten umsetzen

Damit Unternehmen die Einhaltung der Abstandsregeln gewährleisten können, müssen sie jederzeit wissen, wer sich wo befindet. Ähnlich wie beim im Außenbereich verwendeten GPS kommen zur Standortbestimmung in Gebäuden BLE-Beacons zum Einsatz. Sie senden Funksignale aus, die von Gateways erwidert werden, wodurch sich die physische Position von Menschen bestimmen lässt. Die Identität einer Person lässt sich dabei anhand einer Ausweiskarte feststellen, die kontinuierlich Signale aussendet. So entsteht eine virtuelle Positionskarte auf Basis der fest montierten Gateways. Mit demselben System können Unternehmen auch die Flächennutzung effizienter gestalten. Vernetzte Beacons melden beispielsweise die Raumbelegung und informieren, welche Bereiche gerade genutzt werden und welche nicht. Darüber hinaus kann ein solches System auch für eine automatisierte Kontaktverfolgung verwendet werden, sobald eine Person positiv auf Covid-19 getestet wurde.

PACS-Technologien optimal einsetzen

Abteilungen, die mit der Implementierung und Überwachung der physischen Zugangskontrolle betraut sind, stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Möglicherweise ist weniger Personal vor Ort, das zudem einer höheren Arbeitsbelastung ausgesetzt ist. Um die Sicherheit in den Gebäuden zu gewährleisten, müssen Unternehmen die Abläufe rationalisieren und sicherstellen, dass Sicherheitsmitarbeiter die erforderlichen Informationen abfragen. Während die Technologie eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des Abstandsgebots und anderer pandemiebedingter Anforderungen spielen kann, bilden Unternehmensrichtlinien das Herzstück für eine sichere Rückkehr an den Arbeitsplatz.So ist es zum Beispiel von entscheidender Bedeutung, dass solide Auditsysteme vorhanden sind. Diesbezüglich können physische Zugangskontrollsysteme, die Protokolle, Berichte und Archive erzeugen, wertvolle Informationen liefern. Gebäudemanager erhalten damit erhalten ein umfassenderes Bild über die operativen Risiken.

Bewährte Verfahren verwenden

Damit all diese Maßnahmen auch Wirkung entfalten, müssen Arbeitgeber bestimmte allgemeine Best Practices umsetzen:

Beschilderung — Schilder sind eine gute Möglichkeit, sich ändernde Anforderungen klar zu kommunizieren. Sie sind damit entscheidend für die Umsetzung neuer Richtlinien und Verfahren.

Handdesinfektion – Alle Mitarbeiter müssen Zugang zu Stationen mit Handdesinfektionsmittel haben und sollten dazu aufgefordert werden, ihre Hände regelmäßig zu waschen oder zu desinfizieren.

Abstandsregeln in allen Bereichen — Unternehmen müssen gegebenenfalls die Anordnung der Sitzplätze ändern, um ausreichend Abstand zu gewährleisten. Sie montieren Schilder an den Wänden und versehen den Boden mit Markierungen, um Personen sicher durch den Betrieb zu leiten. Präsenzmeetings sollten vermieden und gemeinsam genutzte Einrichtungen gegebenenfalls vorübergehend geschlossen werden.

Kontaktlose Optionen – Unternehmen sollten nach Möglichkeit kontaktintensive Prozesse abschaffen oder sie auf eine Person beschränken. Insbesondere in Bereichen mit potenziell vielen Kontakten wie Eingängen und Aufzügen sollten Organisationen berührungsfreie Lösungen umsetzen.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) – Gesundheitsexperten auf der ganzen Welt empfehlen das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung. Daher sollten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern und Besuchern Masken zur Verfügung stellen.

Intensivierung der routinemäßigen Reinigung – Alle häufig berührten Flächen sollten mehrmals täglich gereinigt und desinfiziert werden. Wo möglich, sollten bei der Zutrittskontrolle Fingerabdruck-Lesegeräte oder Touchscreens durch kontaktlose Karten oder Mobilgeräte ersetzt werden.

Aktualisierte Besucherrichtlinien ­– Unternehmen sollten Richtlinien für den Besucherzutritt umsetzen, die Kontakte innerhalb der Firma beschränken, einen Fragebogen zum Gesundheitsstatus und eine Körpertemperaturmessung umfassen.

http://www.hidglobal.com

Redaktion Prosecurity

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