Unternehmenssicherheit

Zwischen Koffer und Knarre

Über den Nutzen und die Entbehrlichkeit von Leibwächtern für die Veranstaltungssicherheit

Politik kann in einer Demokratie auch eine Frage von Leben und Tod sein, sagte der Schriftsteller Navid Kermani im November letzten Jahres bei der Verleihung des Staatspreises für Nordrhein-Westfalen in Köln. Er bezog sich auf die Bürgermeisterin der Stadt, Henriette Reker, die am 17. Oktober 2015, einen Tag vor ihrer Wahl, angegriffen und schwer verletzt wurde. Der Täter aus dem rechtsextremen Milieu, der später wegen versuchten Mordes angeklagt wurde, begründete seinen Messerangriff mit der Ablehnung von Rekers Flüchtlingspolitik. Dasselbe Motiv war ausschlaggebend für den Angriff auf den Bürgermeister der sauerländischen Stadt Altena und den CDU-Politiker Andreas Hollstein am Abend des 27. November 2017. Angriffe wie auf Reker und Hollstein waren lange keine Ausnahme. Es werden aber auch andere schockierende Vorfälle bekannt.

Für ein besseres Risikomanagement sollten wir uns des Angriffs auf Bernhard Günther, Finanzvorstand des Essener Energieunternehmens Innogy SE, bewusst sein, der am 4. März dieses Jahres in einem Park angegriffen und erneut mit Säure, möglicherweise Schwefelsäure, übergossen wurde machte das Thema der Schlagzeilen. Für „welt.de“ lautete das Fazit: „Zu einem Top-Manager gehört auch ein Bodyguard.“

BKA-eigene Statistik

Währenddessen werden Politiker und Beamte fast regelmäßig angegriffen. Das Bundeskriminalamt hat für diesen Tatbereich sogar einen eigenen Statistikbereich eingerichtet. Allein im Jahr 2016 wurden beim BKA rund 1.800 Straftaten gegen Beamte und Mandatsträger registriert. Die meisten dieser Angriffe basierten nicht auf physischen Angriffen, aber die Angriffe waren alarmierend.

Der Präsident des BKA, Holger Münch, kommentierte den Trend der Presse: “Wir stellen fest, dass Verbrechen gegen Entscheidungsträger, Politiker, Betreiber von Flüchtlingsunterkünften und Helfer keine Einzelfälle sind.” lokalisiert werden kann, ist die Situation manchmal komplizierter, wenn Unternehmensvertreter angegriffen werden. Dies scheint sich auch durch das Attentat auf den Manager von Innogy, Günter, zu bestätigen. In diesem Zusammenhang bemerkte der „Express“ in Köln das „eiserne Schweigen der Ermittler nach dem Säureangriff“.

Personenschutz in Bataillonsstärke

Viele Beobachter sehen in diesen Handlungen eine allgemeine Zunahme der Bereitschaft, Gewalt gegen Menschen anzuwenden. einfach eine Brutalisierung des Zolls. Strengere Gesetze, wie sie im Falle eines erneuten Ereignisses im Einklang erforderlich sind, sind als Lösung zweifellos nur von begrenztem Nutzen. Sie tun wenig, um einem Opfer von Leib und Leben zu helfen. Als das Kind in den Brunnen fiel …

Es liegt auf der Hand, über vorbeugende Maßnahmen und den Schutz von Informationen nachzudenken. Es ist eine immer wiederkehrende Tatsache, dass in besonders schockierenden Fällen die Diskussion wieder aufflammt, wie der persönliche Schutz im jeweiligen Fall ausgesehen haben könnte oder warum er versagt hat. Das Thema ist komplex, rechtlich kompliziert, operativ schwierig und finanziell problematisch.

Die Geschichte des Personenschutzes kann bis etwa 1000 v. Chr. Zurückverfolgt werden. zurückverfolgen, als der Krether und Plether unter ihrem Anführer Benaja König Davids Leibwächter bildeten. Heutzutage wird der Leibwächter als Personenschutz bezeichnet. Opfer wird normalerweise beiläufig gesprochen. Ihr Image in der Öffentlichkeit wird nicht mehr von Wachuniformen geprägt, sondern von glatt rasierten Schädeln, Sonnenbrillen und dunklen Anzügen der Größe 66. Je nach Wächter können sie jedoch manchmal zahlenmäßig mit den alttestamentlichen Regimentern mithalten. Der US-Präsident reiste mit einem Stab von Leibwächtern auf Bataillonsniveau zum Hamburger G-20-Gipfel.

Stilmittel der Politik

Dem staatlich organisierten Personenschutz wird seit langem privatrechtlicher Personenschutz entgegengewirkt. Aber es gibt Welten zwischen den beiden Namen. Der Schutz souveräner Personen, die solche Dienstleistungen privat erbringen, beruht leider allzu oft auf einer Karikatur der Nachahmung. Andererseits flirten vermeintlich oder tatsächlich gefährdete Beschützer manchmal mit ihren Leibwächtern. Eine Zeitung berichtete über den österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider, dass “die gut gebauten und mit schwarzer Sonnenbrille ausgestatteten Männer” in seiner Politik “bald zu einem Stilmittel” geworden seien. Allerdings ist die Einhaltung keiner seiner Leibwächter bei seinem tödlichen Autounfall im Jahr 2008 anwesend. Andere Vertreter der Gilde sind wahre Meister des Selbstausdrucks. Er war “Deutschlands bekanntester Leibwächter”, schrieb vor einigen Jahren die Berliner Boulevardzeitung “BZ” und bezog sich dabei auf Ahmad Mohammed, der in seinen Aufträgen fast zu gleichen Teilen vermittelt

Redaktion Prosecurity

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