BVSW SecTec 2026 – Impulse für die Sicherheitstechnik
Am 21. und 22. April 2026 fand die dritte BVSW SecTec statt. Der Fachkongress präsentierte Technologien, die sich in der Sicherheitsbranche einsetzen lassen, um das Schutzniveau zu verbessern und Prozesse effizienter zu gestalten.
Foto: Nadine Stegemann / BVSW
Künstliche Intelligenz, Big Data und Cloud Computing sorgen dafür, dass in immer kürzeren Abständen technische Innovationen auf den Markt kommen. Viele davon lassen sich auch in die Sicherheitstechnik integrieren und schaffen damit die Möglichkeit, die Sicherheit zu verbessern und die Effizienz von Sicherheitsunternehmen zu steigern.
Risikoanalyse per numerischer Simulation
Im Eröffnungsvortrag ging es um die Möglichkeiten von numerischer Simulation, einer computerbasierte Berechnungsmethode, mit der sich komplexe physikalische Vorgänge durch mathematische Modelle nachstellen lassen. Vor allem beim Zufahrts- und Gebäudeschutz gewinnt die numerische Simulation mittlerweile immer mehr an Bedeutung. Sie lässt sich einsetzen, wenn eine Überprüfung am bestehenden Objekt nicht möglich ist oder ein Realversuch zu gefährlich wäre.
Vernetzte Systeme und digitale Souveränität
Der Beitrag von Kai Eckstein, Director Vertrieb Deutschland/Schweiz bei Advancis Software & Service GmbH, lenkte den Blick auf integrierte Gefahrenmanagementsysteme und deren Mehrwert: Durch die Bündelung unterschiedlicher Datenquellen und die Auswertung durch KI entsteht ein umfassendes Lagebild. Risiken lassen sich damit besser einschätzen und Reaktionszeiten verkürzen.
Die zunehmende Vernetzung und die neuen Technologien haben Einfluss auf die IT-Sicherheitsarchitektur, die sich auf eine wachsende Dynamik einstellen muss. Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek von der Universität der Bundeswehr München erläuterte, dass KI zahlreiche neue Angriffsvektoren schafft, die sich Kriminelle zu Nutze machen können. Andererseits können Unternehmen KI einsetzen, um die Abwehr zu verbessern, beispielsweise über die automatisierte Erkennung von Schadsoftware. Angesichts zunehmender geopolitischer Konflikte betonte die Professorin für Informatik auch die Bedeutung der digitalen Souveränität Europas.
Künstliche Intelligenz als Treiber neuer Lösungen
Der Vortrag von Sophia Simon, Geschäftsführerin acc:urate GmbH, zeigte, wie Computersimulationen die Sicherheit im öffentlichen Raum verbessern können. Die Simulationen bieten eine Möglichkeit, die Dynamiken in großen Menschenmengen nachzuvollziehen. Damit lassen sich Evakuierungspläne überprüfen und Abläufe in Gebäuden oder Veranstaltungsstätten optimieren, um gefährliche Engpässe und Gedränge zu vermeiden.
Einen konkretes Einsatzszenario von Künstlicher Intelligenz in der Sicherheitsbranche bildete den Abschluss der Veranstaltung. Markus Vollerthun, Geschäftsführer der VD Mayr GmbH und Yannick Evans, Co-Founder von Paul’s Job erklärten, wie die Einführung einer KI dem Sicherheitsdienstleister geholfen hat, seine Einstellungsprozesse deutlich effizienter zu gestalten.
Fachausstellung und intensiver Austausch
Ergänzend zum Vortragsprogramm präsentierten elf Sicherheitsunternehmen ihre Lösungen im Rahmen einer begleitenden Ausstellung.
Das bewährte Lunch-to-Lunch-Format und mehrere Networking-Pausen boten zudem ideale Rahmenbedingungen für den Austausch und neue Kontakte.